Detail

Invasive Arten erobern die Schweiz: Gefahr für Natur und Gesundheit

Seit der europäischen Kolonisierung Amerikas im Jahr 1492 verbreiten sich Tierarten weltweit durch menschliche Aktivitäten. Während die meisten in der neuen Umgebung kaum überlebensfähig sind, finden invasive Neozoen optimale Bedingungen vor und breiten sich unkontrolliert aus. In der Schweiz stellen sie eine wachsende Bedrohung für die Biodiversität, die Wirtschaft und die Gesundheit dar.

 

Gefahr für Natur und Landwirtschaft

Viele dieser Arten verursachen massive Schäden. Der Japankäfer beispielsweise schädigt über 400 Pflanzenarten, darunter Wein, Mais und Obstbäume, während seine Larven ganze Rasenflächen zerstören. Die Asiatische Hornisse jagt einheimische Bestäuber und gefährdet so die Imkerei. In den Gewässern verdrängt die Schwarzmundgrundel die heimische Fischfauna so stark, dass sie in Basel bereits bis zu 90% der Fischfänge ausmacht.

 

Risiken für den Menschen

Einige Arten sind auch für den Menschen problematisch:

  • Asiatische Tigermücke: Sie ist aggressiv und gilt als potenzieller Überträger von Tropenkrankheiten wie dem Zika- oder Dengue-Fieber.
  • Waschbär: Er kann gefährliche Krankheiten wie Tollwut oder den Waschbärspulwurm übertragen.
  • Tapinoma-Ameisen: Sie dringen massenhaft in Gebäude ein, können unangenehm beissen und führen teils zu Wertverlusten von Grundstücken.

     

Was sagt das Gesetz?

Der Umgang mit invasiven Neozoen (Besitz, Handel, Zucht) ist in der Schweiz gemäss der Freisetzungsverordnung (FrSV) verboten; einzig die fachgerechte Bekämpfung ist zulässig. Das Aussetzen von Haustieren, wie etwa der Rotwangen-Schmuckschildkröte, ist verboten.

 

 

Empfehlungen für die Bevölkerung

  • Meldepflicht: Sichtungen von Arten wie der Asiatischen Hornisse oder dem Japankäfer sollten sofort an die zuständigen Fachstellen gemeldet werden.
  • Prävention: Nehmen Sie keine tierischen oder pflanzlichen Souvenirs aus den Ferien mit.
  • Gewässerschutz: Reinigen Sie Boote und Ausrüstung bei jedem Gewässerwechsel gründlich, um die Verbreitung von Arten wie der Quaggamuschel zu verhindern.

     

Hier finden Sie den Flyer zu den Neozoen